Vision Impossible

Nach Motiven von Anton Tschechows 'Der Kirschgarten'

Ausgezeichnet mit dem Neuberinpreis der Jury 2009

Wir stecken alle mittendrin in der Orientierungslosigkeit - kein Einzelschicksal, sondern gesellschaftliches Phänomen. Doch nein, uns geht es noch nicht so wie denen. Uns geht es gut, wir kennen unseren Platz, nein nein nein: Noch haben wir Halt. Stop. Sofort aufhören!

Du sag mal, was machen wir aus all den schönen Erinnerungen, wie nutzen wir unsere Ressourcen, was ist unser Potential? Warum geht es nicht vorwärts - Ist das noch Reformstau oder können wir uns den Sprit schon nicht mehr leisten?

Was machen wir aus unserem Kirschgarten, Spielplatz unserer Kindheit, Ort erster Liebschaften, Wiege unserer Ideale und Erbe unserer Eltern - und 23 Hektar bestes Bauland zugleich. Verscherbeln? Gleich abholzen? Wir müssen jetzt handeln. Warten wir noch ein bisschen ab.

Carola Unser inszeniert mit ‘Vision Impossible' ihr erstes Stück als Künstlerische Leitung der bühne, in dem das sechsköpfige Ensemble versucht, die Lethargie und Stagnation, die von ihrem Leben Besitz ergriffen hat, mit allen Mitteln zu bekämpfen. Ein Stück über das postmoderne Gefühl von Stillstand und Überforderung angesichts der unbegrenzten Möglichkeiten - aber mit Spaß am Leben. 

"Im Kopf alles leer, und in der Seele kalt. Vielleicht bin ich gar kein Mensch, sondern erwecke nur den Anschein, als hätte ich Arme und Beine...und einen Kopf; vielleicht gibt es mich überhaupt nicht, sondern es scheint mir nur, dass ich gehe, esse, schlafe. Mir wurde so falsch zumute, so widerlich... da bin ich hin und habe mich besoffen."

  E-Mail   Drucken

6 Kommentare » Kommentar schreiben

egal am 06.05.2009. um 16:56 Uhr

wenn der inhalt schon nicht ausreicht, dann muss man die leute nun mal mit alkohol ködern......

schade

Hannah am 06.05.2009. um 22:15 Uhr

Liebe(r) Egal,

Auch, wenn es sich um ein Stück über die Aussichtslosigkeit unserer Zeit, Stagnation und den Frust darüber handelt und saufen natürlich immer eine gute (wenn auch temporäre) Lösung ist, haben wir wohl in diesem Falle einfach vergessen, darauf hinzuweisen, dass sich um eine Veranstaltung im Rahmen der Studententage handelt und deshalb alles feucht-fröhlich und ganz und gar nicht frustrierend zugehen wird.

In diesem Sinne hoffen wir, dass mit so einem schönen Sommerabend auch die schlechte Laune ein Ende hat -- ob durch den Alkohol oder durch eine gute Vorstellung, das ist Geschmackssache, und über den soll man ja nicht streiten. (Schon gar nicht bei Cocktails.)

Herzliche Grüße

Hannah

Carola Unser am 08.05.2009. um 12:53 Uhr

Lieber Egal, auch wenn Hannah schon sehr freundlich und richtig geantwortet hattet, kann ich dennoch nicht umhin, ein zwei Gedanken loszuwerden. Meiner Ansicht nach strotzt "vision impossible" vor bedenkenswerten Reflexionen unserer Zeit. Davon bin ich überzeugt, sonst hätte ich es so nicht inszeniert. Ich bin auch gerne bereit, mich jederzeit dafür als Diskussionspartnerin zur Verfügung zu stellen. Ich weiß nicht, ob du das Stück gesehen hast, wenn ja, hiermit das Angebot zum Diskurs, mit der Frage, wo reichen Dir die Inhalte nicht? Wenn nicht, dann schau es Dir doch einfach an. Und schon die Dionysien waren große Feste, was den Inhalten der gezeigten Tragödien und Sartyrspiele keinen Abbruch tat. Daher sehe ich kein Entweder/Oder, sondern wie Hannah es so schön formulierte: Ein schöner Sommerabend kann beides beinhalten: Gutes Theater UND Cocktails.

In diesem Sinne,

die Regie von vision impossible,

Carola Unser

Inge Jann am 23.05.2009. um 22:53 Uhr

Wir hatten einen schönen Abend.

Dieser wars.

 

Michael Bartsch am 16.03.2010. um 22:29 Uhr

Habe erst am Sonntag im Projekttheater die letzte Chance nutzen können - höchste Zeit! Und hohen Respekt, wie ihr den Stoff adaptiert habt! Auch Tschechow nahm mit dem "Kirschgarten" Abschied von einer alten Lebensform, ambivalent eigentlich, aber bei Euch ist es klar das Eigentliche, Wesentliche, Bedeutsame, was unter dem Hammer kommt. Tut angesichts des belangloser gewordenen Staatsschauspiels der Ära Schulz richtig gut, mal wieder ein so engagiertes Theater zu sehen. Jedenfalls habe ich mein Urteil über die "Generation Phlegma" meiner großen Kinder einmal etwas revidieren können.

Gratulation und gute Wünsche!  MB

carola unser am 17.03.2010. um 16:51 Uhr

Lieber Herr Bartsch,

vielen herzlichen Dank für Ihren Kommentar.

Das freut und motiviert sehr! Danke!

Wir machen weiter.

In diesem Sinne,

für die Produktion VISION IMPOSSIBLE.

Carola Unser

Kommentar schreiben

  • Bitte nicht ausfüllen. Das Feld dient dazu Spam zu entdecken. Danke.