Die Bakchen
„Ich wollte eigentlich immer nur, dass er mich erobert und michverliert und
wieder gewinnt und verliert. Ich wollte aufbegehren undsiegen und besiegt werden. Dieser wilde Krieg möge ewig dauern, dachteich."
Die Frauen Thebens verlassen Haus und Herd, um dem GottDionysos zu folgen, der ihre Sehnsucht nach Lust, Rausch und Freiheitweckt. Im Kithairongebirge leben sie nun als Bakchen, während Pentheus,der Herrscher von Theben, verzweifelt versucht, die Dinge wieder in denGriff zu bekommen und eine Welt der Vernunft und Ordnung aufrecht zuerhalten. Er will mit Waffengewalt gegen die Bakchen vorgehen und siefestnehmen lassen. Dionysos verführt ihn jedoch, sich wie diese zukleiden und sie bei ihren Weihen zu beobachten. Die wahnsinniggewordenen Frauen entdecken Pentheus. In den Nachrichten ist vom Ausmaßder Sturmschäden zu hören. Ein Mann ist im Gebirge ums Leben gekommen,heißt es da.
An welchen Stellen unterwerfen wir unsgesellschaftlichen Regeln? Und: wie würden wir ohne diese Regeln leben? Was würde mit uns passieren, wenn wir uns die Erlaubnis geben würden,frei und wild zu leben? Worauf haben wir Lust? Was gibt es in uns, wasuns wahnsinnig werden lassen könnte, was heißt Verrücktsein und warumverlassen die Frauen ihr sicheres Zuhause?
In der Tragödie,die Euripides vor über 2400 Jahren schrieb, geht es um den Widerstreitzwischen Ordnung und Chaos, Vernunft und Rausch. Das Ensemble und dieRegisseurin entwickelten am Originaltext des Euripides entlang eineneue Geschichte.

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